Archiv der Kategorie: Wochenkolumne – Unsere Hunde und Wir

Eine Zusammenfassung meiner Woche als Hundetrainerin und private Hundebesitzerin, was mich bewegt, interessiert, animiert und motiviert.

Unsere Hunde und Wir – Woche 30/2017

Urlaub – und was wird mit dem Hund?

Wir haben Urlaubszeit und jedes Jahr stellt sich für uns die Frage, wo soll es hingehen und was machen wir mit unserem Hund?

Nun, für mich gibt es nur bedingt Urlaub ohne Hund. Habe ich doch genau in meinem Urlaub endlich mal viel Zeit für meine Vierbeiner. Eine Flugreise würde ich keinem Hund für eine so kurze Zeit zumuten, man vergesse nicht die Quarantäne in einigen Ländern. Eine Ausnahme sind vielleicht die kleinen Hunde, die im Handgepäck mitreisen dürfen. Wenn ich aber so an mich denke, wie schrecklich ich den Start und die Landung finde, nein ich möchte das meinen Vierbeinern nicht zumuten. Für alle die das planen, man kann das nicht üben, aber es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Hund ein wenig den Stress zu nehmen. Eine Kundin hatte beispielsweise mit speziellen Keksen, die mit Bachblüten in entsprechender Mischung versehen waren, sehr große Erfolge erzielt. Aber ob das nun bei jedem Hund so wirkt? Oder waren es die Menschen, die in Urlaubsstimmung so viel Ruhe verströmt haben, daß es den Hund angesteckt hat?

Diejenigen unter uns, die nicht die Möglichkeit haben ihren Hund innerhalb der Familie oder bei Freunden unterzubringen, nutzen vielleicht Hundepensionen oder Tierheime. Und hier trennt sich ganz klar die Spreu vom Weizen. Aber wie finde ich nun heraus, welche Pension die Richtige ist für meinen geliebten Vierbeiner.

Eines ist auf jeden Fall sicher, umsonst bekommt man den Hund nirgends unter und wer glaubt für 10 Euro pro Tag kann die Hundepflegetante leben, wenn sie es offiziell macht, der träumt. Eine gute Pension betreut den Hund nämlich ganztägig – 24h! Das bedeutet er bekommt seinen Auslauf, vielleicht Auslauf mit Artgenossen, seine Ruhezeiten, seine Streicheleinheiten, Pflege und Futter usw. Wenn die Hundetante davon leben will, hat sie mehrere Hunde in Betreuung und die wollen ja genauso gut versorgt werden. Tja und da wir in Deutschland leben, kostet das nun mal Geld. Leider sind die meisten Menschen angestellt und haben keinen Einblick, was der liebe Staat so von uns Selbstständigen möchte. Was wir verdienen müssen, um unseren Lebensunterhalt erstmal am unteren Limit zu finanzieren. Somit machen Sie große Augen, wenn man einen adäquaten Preis für eine ordentliche Leistung verlangt. Und was mich am allermeisten ärgert, bei Jeans, Schuhen oder sonstigen Artikeln des Alltags, wird nicht gemosert! Da muss es das Samsung Galaxy 7 edge sein. Aber das das Teil mehr als 500 Euro kostet – ach egal, her damit. Aber für den Hund 300 Euro für den Urlaub in einem All-inclusiv-Hotel bezahlen – das geht nun wirklich nicht! Der eigene Urlaub kostete ja schon 2500 Euro, da bleibt für den armen Vierbeiner nichts übrig.

Merkt ihr den Hohn? Die unter uns die Kinder haben, sparen einfach ein Jahr länger, damit sie ihr Kind auch mitnehmen können. Da ist eben nicht jedes Jahr Urlaub im Ausland drin. Und sind unsere Hunde nicht vergleichbar? Haben wir nicht genau dieselbe Verantwortung für ihr Wohlbefinden, wie für unsere Kinder? Ist der Hund nicht ein selbständig denkendes und fühlendes Wesen? Ein Individuum, wie unsere Kinder? Würden wir unsere Kinder in einer x-beliebige Pension unterbringen, nur weil sie billig ist? Ich denke nicht!

Was muss ich also beachten, wenn ich meinen Hund in meiner Urlaubszeit gut unterbringen möchte. Schaut Euch die Pension genau an. Die Leiterin sollte eine entsprechende Ausbildung vorweisen. Denn jeder Hund ist anders und nur weil ich mal einen Hund hatte, kann ich nicht alle betreuen! Eine gute Pension wird Euch zeigen, wo Euer Vierbeiner den Urlaub verbringen wird. Er sollte dort unbedingt einen eigenen Rückzugsbereich haben. Bringt euren Hund einigen Wochen vorher mehrmals auf Probe unter. Erst einmal ein paar Stunden und dann auf jeden Fall auch einmal über Nacht. Denn seid ihr außer Landes und es geht dem Vierbeiner schlecht, seid ihr nicht so schnell bei ihm, wie in der Probezeit und ihr wisst gleich, ob der Urlaub überhaupt möglich ist. Schaut Euch Euren Hund gut an, wenn er von der Pension zurückkommt. Ist er geschafft? Unendlich müde (manche sagen da gerne, er ist endlich mal totgespielt). Dann schnell weg von da!!! Euer Hund muss glücklich sein, wenn ihr ihn holt. Entspannt und zufrieden. Er muss sich am nächsten Tag wieder auf einen langen Spaziergang mit Euch freuen und nicht immer noch schlafen wollen, weil alles dort so stressig war! In ein paar Stunden oder einem Tag Probe kann man noch nicht sehen, was Stress noch so bewirkt. Aber wer aufmerksam im Tierheim ist, sieht den eine oder anderen mageren Zeitgenosse. Stress verbraucht Unmengen an Energie, d.h. der Hund hat einen höheren Futterbedarf, sonst magert er ab. Das würdet ihr erst sehen, wenn ihr euren Hund nach 2 Wochen wieder abholt. Wenn er also Streß in der Pension hat, nimmt er ab. Das sollte nur nach Absprache so aussehen, weil Euer Hund ein bisschen zu dick war, als er dort abgegeben wurde. Es sollte erlaubt sein, eigene Sachen des Hundes mitzugeben, damit er ein bisschen Heimat dabei hat.

Und jetzt kommt das eigentlich Harte für uns Menschen. Hunde leben im Hier und Jetzt. Sie leiden natürlich auch, wenn ihnen etwas Liebes genommen wird. Aber sie gewöhnen sich erstaunlich schnell an Neues. Meine Erfahrung hat gezeigt, daß der Durchschnittshund nach ca. 2 Wochen in seinem neuen Zuhause angekommen ist. In der ersten Woche sind sie meist etwas zurückhaltender als normal. Schauen sich erstmal an, wie es hier so läuft. In der zweiten Woche versuchen Sie, für sich das Beste rauszuholen und schauen, wie weit sie hier gehen dürfen. Und dann akzeptieren Sie ihr neues Zuhause. Hunde die öfters in Pensionen sind, gewöhnen sich mit der Zeit immer schneller an das vorübergehende Heim. Natürlich ist das bei jedem Hundecharakter etwas anders. Manche leiden länger, manche kürzer. Aber diese Phase sollte für den Hund insgesamt doch so angenehm wie möglich sein. Bedenkt auch, manche sind gar nicht geeignet für solch einen Tausch der Lebensumgebung.

Mein Tipp für Euch für einen guten Urlaub für den Hund! Plant rechtzeitig und spart genug, damit auch für den Hund was übrig bleibt. Ihr zahlt definitiv drauf, wenn ihr nach dem Urlaub einen Therapeuten für euren Hund braucht! Und macht Platz in Eurem Kopf – gute Pflege kostet Zeit und somit Geld! Eine gute Urlaubsbetreuung ist jeden Cent wert.

 

Und damit wünsche ich Euch allen einen tollen, erholsamen Urlaub, egal ob mit oder ohne Hund.

Unsere Hunde und Wir – Woche 4/2017

Ich wünsche mir einen Hund. Das ist doch der erste Gedanke, bevor wir uns auf die Suche machen. Und die nächsten Gedanken gelten meist den Rassen. Dann suche ich, wo ich den Hund meines Traumes am günstigsten bekommen kann. Und werde womöglich bei Ebay oder in Annoncen fündig. Nur 300 Euro sollte er kosten. Mehr kann ich mir nicht leisten. Aber ist das der richtige Ansatz?

In der heutigen Zeit haben wir verlernt, auf etwas zu sparen. Wenn wir was wollen, dann am besten sofort. Aber Hunde sind wie Autos oder Babys. Mit den Anschaffungskosten ist es nicht getan. Die Flut an möglichen Folgekosten, kann uns fast in den Ruin treiben. Manch einer kann sich eine teure OP nicht leisten und muss seinen Hund wieder abgeben. Hätte man das nicht verhindern können?

Ich habe da eine wirklich strikte Einstellung. Wer sich schon die Anschaffungskosten nicht leisten kann, sollte lieber noch bisschen sparen und sich gut überlegen, ob es wirklich sinnvoll ist. Denn beim Auto kann ich wählen und es einfach wieder abgeben, den Gedanken sollte ich beim Hund zumindest in der Anschaffungsphase nicht mal träumen. Ein Lebewesen bedeutet Verantwortung und die sollte ich auch ein Hundeleben lang zu tragen wissen. Seid euch bewußt, daß ein Hund immer Geld kosten wird!

Nun, wo kommen denn nun die hohen Anschaffungskosten her? Und muss das denn überhaupt alles sein? Da kann man sich wieder darüber streiten. Ist man einem Verein angeschlossen, werden die Hunde auf Zuchttauglichkeit überprüft, bevor Sie Welpen zeugen dürfen. Ist diese Zuchtprüfung auf die Gebrauchsfähigkeit gelegt, ist es sicher eine sinnvolle Sache. Denn wer will schon einen aggressiven Hund, dem es quasi von der Mutter in die Wiege gelegt worden ist. Oder all die qualvollen Krankheiten, körperlichen Mängel wie Überbiss, Hüftdysplasie, extrem kurze Nasen, zuviele Falten usw., die durch die Zucht vererbt werden. Auch dafür ist die Zuchtprüfung wichtig. Doch sehr häufig, geht es auch um das Erscheinungsbild und dabei treten mögliche sonstige Ausschlußkriterien in den Hintergrund.  Aber das soll hier nicht Thema sein. Man hat als Züchter seinen Hund nun zur Zucht zulassen dürfen. Dies alles kostet den Züchter schon jede Menge Geld, denn er muss mehrfach auf Ausstellungen fahren, den Hund tierärztlich untersuchen lassen, jede Menge Formulare beantragen, das Zuhause für einen Wurf vorbereiten, und ein guter Züchter muss da einiges aufbringen, um alles für die Welpen und die Hundemutter bequem und richtig zu machen. Er muss einen geeigneten Gegenpart für eine Paarung finden, der ebenfalls zuchttauglich ist und eine Decktaxe bekommt. Dann wird wieder mehrfach der Tierarzt besucht, erst zur Nachprüfung, ob das Decken denn geklappt hat, dann um immer wieder zu kontrollieren, daß es dem Nachwuchs und der Mutter auch gut geht. Und schließlich nach einer erfolgreichen Geburt kommen noch weitere Kosten auf den Züchter zu. Denn auch die neuen Erdenbewohner müssen gefüttert werden, geimpft, gechipt, zerlegen die Einrichtung, brauchen Decken, Spielzeug und vieles mehr. Von der Zeit die der Züchter da einsetzt, brauchen wir nicht reden. Machen die Züchter das mehr oder weniger als Hobby, sprich Sie haben nur einen Wurf alle 1 ½ Jahre pro Hündin, bleibt von dem veranschlagten Kaufpreis nichts übrig. Und jene, die sich nur so viele Hunde halten, die Sie auch entsprechend beschäftigen können und die, die ihre Althunde behalten, welche nicht mehr werfen können, die verdienen daran nichts. Jene die 4 oder mehr gebärfähige Hündinnen haben und vielleicht noch ein paar Rüden, die haben keine Zeit mehr für ihre erwachsenen Hunde diese auch täglich richtig zu beschäftigen. Also wird er seine Hunde für das Züchten halten und die Hunde bleiben mehr oder weniger unter sich oder für sich allein. Ich bin ein Mensch, für den der Hund zur Familie gehört und er hat ein Recht auf ausreichend Bewegung und geistige Beschäftigung. Diese Verantwortung kaufe ich mit und will sie meinem Hund geben. Wie komme ich gerade auf 4? Ich habe 2 und muss sagen, wer normal seine 42 Stunden pro Woche arbeiten geht und allein für 2 Hunde sorgen muss, brauch kein Hobby mehr. Hat man einen Partner, rechne ich noch 2 Hunde für diesen und schon sind wir bei 4. Natürlich sind manche Hunde anspruchsvoller als andere, manchmal schafft man auch 5, manchmal aber auch nur 3. Die Zahl 4 soll hier nur in etwa eine Richtung sein! Wichtig ist auch die Zahl der Würfe pro Jahr. Eine Hündin sollte etwa 1 ½ Jahre Pause bekommen, um sich ausreichend zu erholen. Und jeder gute Züchter pustet laut, wenn er mal 2 große Würfe gleichzeitig zu versorgen hat. Da ist an Schlaf kaum zu denken.

Nun habe ich versucht mal ein bisschen Licht auf das Züchterdasein zu werfen. Natürlich beschreibe ich einen Superzüchter. Und man kann sich bei einem hohen Preis nicht sicher sein, ob sein Züchter auch ein solcher Superzüchter ist. Fahrt euren Welpen einfach mehrfach besuchen. Bleibt dort ein paar Stunden. Schaut euch das Zuhause genau an. Wenn ihr dort einziehen wollt, dann ist es schon mal nicht schlecht. Gute Züchter wollen Euch näher kennen lernen und freuen sich, wenn Ihr öfters kommt und vor allem, wenn ihr nach dem Kauf, wenigstens ab und zu von Euch hören oder sehen lasst.

Dann höre ich gerne solche Sätze, wie:“ aber mein Hund hat nur 300 Euro gekostet und ist auch kerngesund. Er wurde über Ebay gekauft und hat keine Papiere. Oder er kommt aus dem Kofferraum, wir haben ihn an einem neutralen Ort übergeben bekommen…“ Eine Ausnahme gestehe ich ein und das ist der „Ausversehen Wurf“. Ohne Papiere. Aber 300 Euro? Da zahlt der Züchter bei großen Rassen/Würfen drauf! Das muss Euch bewußt sein. Oder der Züchter hat so viele Hunde und erbärmlich schlechte Unterkünfte für diese oder hat sie sich selbst überlassen, bis zur Abgabe, daß er so wenig Kosten hatte, das 300 Euro ein toller Verdienst ist. Und Ebay ist nicht gleich schlecht. Hat man keine eigene Website, ist da durchaus eine Möglichkeit, seine Welpen weiträumig anzubieten. So ist die Chance größer, geeignete Käufer zu finden. Und jetzt kommt das große ABER! Seid ihr sicher, daß der Wurf ungeplant war?

Seid nicht so blauäugig! Jeder billig gekaufte Welpe unterstützt die illegale und tierschutzwidrige Welpenproduktion. Auch wenn er einem im Kofferraum noch so herzzerreißend anhimmelt. Nehmt keinen! Spart auf einen Hund. Es muss nicht gleich sein. Es braucht Zeit! Die Hundemafia wird nie niedergeschlagen, wenn es immer wieder Leute gibt, die diese Hunde kaufen. Ja sie sind nun mal da, aber erbarmen müsst ihr euch nicht. Denn wenn ihr einen nehmt, wird gleich wieder einer produziert. Damit habt ihr niemandem geholfen. Die Hundemama muss wieder ran!

Worauf sollte ich also achten beim Hundekauf?

  • Das Preis-Leistungsverhältnis sollte stimmen! Die Preise für Hunde mit Papieren liegen bei 750 Euro und mehr. Je nachdem, was der Verein vorgibt oder was der Züchter als Ausgaben gegenrechnet. Große Rassen/ große Würfe kosten mehr Geld.
  • Besucht den Welpen daheim. Gute Züchter wollen das!
  • Stellt euch einen Kostenplan auf, der auch die Folgekosten einrechnet und überlegt gut, ob ihr euch auch die Ausnahmen, wie teure OPs leisten könntet. Der Hund benötigt Futter, Ausbildungskosten, Geschirr u.a., Versicherung, Hundebett, Tierarztkosten, Steuern,…
  • Stellt euch einen Zeitplan auf und schaut ob ihr von eurem Tag noch mindestens 4 Stunden für den Hund übrig habt. Seid ehrlich zu euch, ob ihr bei jedem Wetter rauswollt, ob ihr auch mit Fieber Gassi geht, wenns draußen wie aus Eimern schüttet! Ob ihr vor der Frühschicht eine Stunde Gassi gehen werdet.
  • Plant ein Notfallzuhause für den Hund ein, falls ihr mal ohne Hund weg müsst, etwa ins Krankenhaus oder auf eine Schulung.
  • Und denkt auch mal ans Tierheim, muss es denn ein Welpe sein? Oder könntet ihr einer vorbelasteten Seele ein neues Zuhause geben?

Könnt Ihr überall ein Häckchen setzen, dann wird euch nichts aus der Bahn werfen. Natürlich kann man nicht alles planen, aber man kann es zumindest versuchen. Zum Wohle des Hundes. Denn ein Hund ist Verantwortung. Und das müßt ihr euch bewußt machen. Liebe macht nicht satt und gesund! Ich könnte noch so viel zu dem Thema schreiben und wie ihr gelesen habt, war es ja auch einiges diesmal. Danke fürs Durchhalten.

Bis bald ihr Lieben und danke fürs Lesen. Eure Katja

Unsere Hunde und Wir – Woche 13/2015

20140321_Nelly_007Geht es Ihnen auch so? Der Wecker klingelt und sofort stehen 4 Pfoten auf Ihrem Bauch und ein extrem gut gelauntes Hundegesicht ist nur wenige Zentimeter von Ihrem entfernt? Aufstehen!!!! Schreit meine Hündin Nelly förmlich. Jeden Morgen pünktlich, egal ob mit oder ohne Weckerklingeln, werde ich geweckt. Böse Zungen könnten jetzt sagen, ich kenne da eine gute Hundeschule… Aber ich möchte es so! Während nämlich die Eine hartnäckig versucht, mich aus den Federn zu treiben, döst die Andere noch entspannt vor sich hin und genießt ihre Ruhe. Ohne Hund würde ich vermutlich nie aufstehen. Warum aber muss ich raus? Die Antwort ist einfach. Ich habe einen Beagle. Und was hat ein Beagle immer?

Hunger.

Ich trabe also mit geschlossenen Augen, morgenmuffelig in die Küche und beginne, die Mahlzeit anzurichten. Ich hatte ja schon erwähnt, ich barfe. Ehrlich, das Hundefutter sieht besser aus, als mein Frühstück. Gierig, als hätte es gestern abend nichts gegeben, stürzt sich meine kleine Meute auf den Napf und läßt es sich schmecken. Keine 4 Minuten, dann sind alle Näpfe auch durch die gegenseitige Nachkontrolle lupenrein. Also spülen müßte ich die nie.

Meine Mädels sind so frei, und nehmen sich nach der Mahlzeit eine Verdauungsauszeit, was mir die Gelegenheit gibt, mich um mein Morgenritual zu kümmern. Ja, so ist das jeden Morgen. Nein, meine Hunde haben mich nicht erzogen 🙂

Aber sind wir doch mal ehrlich. Es macht uns Freude, sie zu verwöhnen. Es ist einfach schön zu sehen, wenn sie glücklich sind und mit dickem Bauch und zufriedenem Gesicht auf ihrem Platz liegen und ein Schläfchen halten. Und ich schätze es noch mehr, seit meine Nelly vor nun inzwischen 3 Wochen fast gestorben währe. Ich habe sie nun schon so lange, fast 12 Jahre. Wir sind ein gutes Team. Ich brauche Sie. Für mich ist ein Hund ein Familienmitglied, keine Sache. Ein Lebewesen, für das ich Verantwortung trage. Ein Lebewesen, daß ebenso wie ich Wünsche (bitte greife in die Leckerlietasche) und Träume (und hole einen rießigen Knochen da raus) hat. Und nur zu schnell, kann diese gemeinsame Zeit vorbei sein.

Heute also mein Appell an Euch – genießt die Zeit mit Eurem Vierbeiner in allen Zügen. Ärgert Euch nicht zu lange darüber, daß sie mal was falsch gemacht haben. Nehmt sie wie sie sind und versucht sich nicht zu verbiegen. Seid leise und habt Verständnis für ihre Schwächen. Sie sind ebenso wenig perfekt wie wir. Dafür aber grenzenlos ehrlich und treu.

Unsere Hunde und Wir – Woche 52

20130305_Wald_01Weihnachten ist für uns Menschen eine Zeit der Ruhe und Besinnlichkeit. Aber wie sehen unsere Hunde das? In dieser Zeit, sind wir mehr als sonst daheim. Wir sind häufig entspannter als im Alltagsgeschehen und wir geben uns vielleicht auch ein bisschen mehr Mühe nett zu sein. Diese Veränderung spüren Hunde und ich bin mir sicher, jeder von Euch hat schon mal die Erfahrung gemacht, daß auch die Hunde im Urlaub besser hören??? Das liegt einfach daran, daß wir viel mehr Ruhe vermitteln und auch mehr Geduld haben als sonst. So ist es auch zur Weihnachtszeit.

Ich rede hier wirklich nur von den Feiertagen. Die Tage davor hat man das Gefühl, die Welt geht morgen unter. Auf der Straße ist jeder unterwegs, der ein Gefährt hat, egal ob er es bedienen kann oder nicht. In den Geschäften muss man sich schon fast um einen Platz vor einem Regal prügeln, weil man eiskalt weggeschoben wird, wenn man gerade nach der Lieblingsspeise sucht. An solchen Tagen fällt einem mehr denn je auf, wie hektisch wir Menschen und vor allem egoistisch wir werden, wenn es ans Eingemachte geht. Auch das ist für unsere Hunde spürbar und vor allem Streß. Sie haben einen anderen Rhythmus. Sie kommen oft mit unserer schnelllebigen Zeit nicht so gut klar.

Heute möchte ich Euch ermuntern, an den ruhigen Tagen besonders auf Eure Vierbeiner zu achten. Beobachtet sie und lernt, wie sie mit ihrer kleinen Welt zurechtkommen. Es ist phantastisch zu sehen, mit wie wenig sie zufrieden sind. Erwachsene Hunde schlafen 75% des Tages. Wie ich sie beneide :-). Sie können schier unendlich lange warten, wenn ich noch nicht so weit bin. Sie spüren, wenn es mir nicht so gut geht und fahren einfach mal ein bisschen zurück und lassen mir meinen Raum zum gesund werden. Sie schreien mich nie an. Sie freuen sich immer, wenn ich nach Hause komme, egal ob ich 5 Minuten im Keller war oder 3 Stunden beim Einkaufen. Sie liegen ganz still ohne Regung im Bett neben mir, damit ich nicht merke, daß sie sich verbotener Weise reingeschlichen haben. Sie lieben es wenn ich sie kraule und bleiben ganz still stehen und lehnen sich so  ein bisschen dagegen. Sie können einen so flehend anschauen, wenn ich den Blick Richtung Leckerlidose richte. Ich liebe es ihnen beim Träumen zuzusehen und ich könnte mich totlachen, wenn sie beim Schlafen in den unmöglichsten Positionen daliegen. Ich könnte ausflippen, wenn sie mich anniesen und wenn ich danach in ihre Augen sehe, denke ich nur mit einem Lächeln auf den Lippen, vielen Dank und hole ein Brillenputztuch. Sie haben keinen Laptop, lesen nicht, schauen selten fern, essen oft das Gleiche und beschweren sich nie, nie höre ich sie jammern wegen einem Wehwehchen, sie gehen unermüdlich mit uns Gassi, auch wenn sie bei dem Regen eigentlich lieber auf der Couch verbringen würden, oder umgekehrt, liegen gemütlich rum, obwohl sie lieber draußen Vollgas geben würden. Nie habe ich etwas ehrlicheres und treueres erlebt, wie meine Vierbeiner.

Erinnert Euch an die vielen tollen Momente, in denen Eure Vierbeiner Euch ähnliches gezeigt haben und macht Ihnen an Weihnachten eine kleine Freude. Wir werden heute wieder ein Packet mit vielen tollen kleinen Leckerein versteckt in viel Zeitungspapier öffnen und das Abendbrot wird lecker mit Stinkerkäse verfeinert. Silvester werde ich so ruhig wie möglich verbringen, damit meine Kleine keine Angst haben muss. Ich selbst zünde keine Knaller mehr, seid ich auf den Hund gekommen bin und gesehen habe, wie schlimm der unendliche Lärm für sie ist. Da der Umgang mit Knallern so unüberlegt geworden ist und man schnell mal einen zwischen die Beine geworfen bekommt beim Gassi gehen, vermeide ich die üblichen Gassistrecken. Da es so viele Wildtiere gibt, die ebenso wenig eine Wahl haben, hab ich mich dagegen entschieden.

Ich wünsche Euch allen schöne Weihnachten und rutscht gut rein ins Jahr 2015.

Eure Katja

Unsere Hunde und Wir – Woche 46/2014

Eine Woche vergeht wie im Flug. Und ich habe den Eindruck, je älter ich werde, desto schneller verfliegt die Zeit. An meinen beiden Mädels sehe ich schon seit Jahren die Spuren des Älterwerdens. Die kleinen grauen Härchen die unten am Kinn zuerst das Wachsen begonnen haben. Meine Beagledame Nelly ist inzwischen 11 Jahre und verblasst zusehens. Sie war noch vor wenigen Jahren eine kontrastreiche tricolor Beaglehündin. Jetzt muss ich bei den Fotoaufnahmen schon ordentlich photoshoppen.

Und wie war das eigentlich vor, mir kommt es vor wie gestern, ca. 11 Jahren? Nelly hatte so viel Energie, eine Duracell im Hintern, daß ich zweifelte mit ihrer Anschaffung vielleicht doch einen Fehler begangen zu haben. Ich hatte oft Momente, in denen ich dachte, daß ich ihr nicht gerecht werde und sie nicht glücklich sein kann bei mir. Ich war arbeiten wie jeder von uns. Ich hatte ständig ein schlechtes Gewissen. Fast jede Minute verbrachte ich mit Hund. Mich gab es nur mit Hund.

Jetzt sind meine Mädels oft im Unterricht dabei. Sie sind um vieles ruhiger geworden, was ausschließlich das Alter mit sich gebracht hat. Sie dürfen in jede Freizeitbeschäftigung reinschnuppern, die ich entdecke und sie müssen oft im Unterricht als Vorzeigehund fungieren. Sie haben eine fast rund um die Uhr Betreuung. Sie schlafen daheim fast die gesamte Zeit, die sie dort verbringen.

Wenn ich beide Zustände vergleiche, denen sie ausgesetzt waren, kann ich sicher sagen, es ging ihnen sehr gut als ich sie noch während meiner festen Schichtarbeit allein lassen musste und es geht ihnen gut im Hier und Jetzt. Ich bin sicher, da ich ihnen immer schon viel meiner Freizeit erübrige, kamen sie mit beiden Umständen gut klar.

Was will ich Euch damit sagen? Ganz einfach. Hunde brauchen auch etwas, daß sie so auslastet, damit ihr Leben einen Sinn bekommt. Sie wollen eine Aufgabe, einen Job. Wenn ihr ihnen das ermöglicht, machen sie alle Lebensumstände mit, denen wir sie auf Grund unseres Alltages aussetzen. Sie wollen nicht in einer Wohnung ohne geistigen Input verkümmern. Die Rasse spielt dabei keine Rolle. Hunde sind nicht nur für den Schoß da.

Wenn ihr ihnen das ermöglicht, habt kein schlechtes Gewissen mehr, wenn ihr auf Arbeit geht. Wenn ihr ab und zu beim Nachhause kommen was Freßbares mitbringt, ward ihr in Augen eures Hundes Jagen. Und ist Geldverdienen nicht auch die moderne Jagd?

Ich wünsche Euch allen einen schönen Feiertag morgen und wie wäre es denn mal wieder mit einer Runde Clickertraining?

Unsere Hunde und Wir – Woche 42/2014

20140510_Amy_002_bearbeitet_10x15Ab sofort möchte ich Euch ein bisschen Einblick in meine Woche als Trainerin und Hundeliebhaberin geben. Viel Spaß beim Lesen meines Wochenrückblickes!

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Ich gebe zu, ich liebe BARF. Nichts ist schöner für mich, wie meinen Hunden zuzuschauen, wenn sie genüsslich fressen. Nicht so schlingen, wie sie es beim Trockenfutter tun. Ihr Fell wird deutlich weicher und glänzt plötzlich. Und das wichtigste aller Themen, mit dem außer Hundefreunde und Mütter niemand was anfangen kann, der Stuhlgang ist fantastisch. Ich hatte am Anfang Angst, ich müßte da nachhelfen. Die beiden mußten einfach so wenig, daß ich dachte, da läuft was schief. Aber nein! Die müssen einfach viel weniger, weil Sie viel mehr von dem Gegessenen verwerten. Sagte ich schon, daß ich BARF liebe? BARF, also Rohfütterung, soll ja der Natur am nächsten kommen. Warum hat mir vorher niemand gesagt, daß der Anfang ja soooo kompliziert ist! Wir üben seit ca. 5 Wochen.

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Habt Ihr in Eurer Küche auch so ein Brett hängen, an das man seine Einkaufswünsche schreibt und natürlich auch vergißt auf einen Zettel zu schreiben, wenn man Einkaufen geht? Also bei mir stehen da jetzt jede Menge Zahlen, die genau auf das Gewicht des Hundes ausgerechnet die Portionsgröße der Mahlzeit ergeben. Je nachdem, ob Hundi heute einen aktiven oder gemütlichen Tag hatte, gibt es mal etwas mehr oder eben weniger. Und wir versuchen auch immer Abwechslung reinzubringen. Also Spaß macht das Anrichten ja schon. Ich durchsuche die gesamte Küche, was man noch so füttern kann. Und was ich da alles schon gefunden habe. Das wollt Ihr nicht wissen!

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Natürlich braucht rohes Fleisch auch jede Menge Platz. Also hab ich glatt einen neuen Gefrierschrank gekauft. Was Leute heutzutage alles für Ihre Hunde tun?

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Ich will hier niemanden zum BARF überreden, mit Trockenfutter werden die Hunde auch groß. Mich haben ausschließlich meine Mädels überzeugt. Und das ist das Wichtigste für mich.

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Natürlich habe ich die Woche auch noch jede Menge mit Euch erlebt. Obwohl ich zugeben muss, daß der Herbstspaziergang und seine Folgen ganz schöne Lücken in meine Kurse gerissen hat. Hab ich mir doch glatt mit der Quarantäne ein rießen Ei gelegt. Für alle die es noch nicht wußten, nach dem Herbstspaziergang letzten Sonntag habe ich alle Teilnehmer unter 2 wöchige Quarantäne gestellt. Ein Zwingerhustenausbruch, hat mich dazu bewogen. Wir wollen ja niemanden anstecken. Und Ihr fehlt mir schon ganz schön! Aber wenn weniger Leute im Kurs sind, habe ich mehr Zeit mich auf die Verbleibenden zu konzentrieren. Und hab ich die gequält, sag ich Euch! Ja. Ich seh da alles.

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Ich selbst bin ein sehr genauer Mensch. Bevor ich irgendwas mache, informiere ich mich erst ausführlich. So auch, wenn ich irgendwohin fahren muss. Nicht nur, daß ich mich stets meines Navis bediene, ich studiere vorher auch Google Maps. Umso mehr bin ich dann immer wieder erstaunt, wie es Kunden schaffen, ohne den ganzen neumodischen Kram und ohne Ortskenntnis anzukommen. Wenn es aber mal schief geht, dann gründlich. So kam es, daß die Familie mehrmals an unserem Treffpunkt vorbeigefahren ist und ich sie letzten Endes mit dem Auto abgeholt habe. Dann ist man natürlich hin und her gerissen. Nach mehreren Telefonaten, mit Versuchen, nach ungenauer Ortsbeschreibung zu lotsen, ist man mehr oder weniger erzürnt. Man will einfach sagen, warum schaut ihr denn vorher nicht nach wos hingeht! Aber wenn man dann in das Gesicht der Kunden schaut, zur Faust geballt, kurz vorm platzen, dann ist man sofort wieder runter von seiner Palme. Natürlich erleben Sie den Streß genau wie ich, sie stehen unter Druck, wollen endlich ankommen. Und nun denke ich, so schlecht ist der neumodische Kram doch nicht!

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Ansonsten verlief meine Woche doch eher ruhig, waren doch einige in Zwangsurlaub geschickt. Und ich somit auch.

Damit wünsche ich Euch erstmal ein paar schöne Tage. Bis zum nächsten Mal.

Eure Katja