Unsere Hunde und Wir – Woche 30/2017

Urlaub – und was wird mit dem Hund?

Wir haben Urlaubszeit und jedes Jahr stellt sich für uns die Frage, wo soll es hingehen und was machen wir mit unserem Hund?

Nun, für mich gibt es nur bedingt Urlaub ohne Hund. Habe ich doch genau in meinem Urlaub endlich mal viel Zeit für meine Vierbeiner. Eine Flugreise würde ich keinem Hund für eine so kurze Zeit zumuten, man vergesse nicht die Quarantäne in einigen Ländern. Eine Ausnahme sind vielleicht die kleinen Hunde, die im Handgepäck mitreisen dürfen. Wenn ich aber so an mich denke, wie schrecklich ich den Start und die Landung finde, nein ich möchte das meinen Vierbeinern nicht zumuten. Für alle die das planen, man kann das nicht üben, aber es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Hund ein wenig den Stress zu nehmen. Eine Kundin hatte beispielsweise mit speziellen Keksen, die mit Bachblüten in entsprechender Mischung versehen waren, sehr große Erfolge erzielt. Aber ob das nun bei jedem Hund so wirkt? Oder waren es die Menschen, die in Urlaubsstimmung so viel Ruhe verströmt haben, daß es den Hund angesteckt hat?

Diejenigen unter uns, die nicht die Möglichkeit haben ihren Hund innerhalb der Familie oder bei Freunden unterzubringen, nutzen vielleicht Hundepensionen oder Tierheime. Und hier trennt sich ganz klar die Spreu vom Weizen. Aber wie finde ich nun heraus, welche Pension die Richtige ist für meinen geliebten Vierbeiner.

Eines ist auf jeden Fall sicher, umsonst bekommt man den Hund nirgends unter und wer glaubt für 10 Euro pro Tag kann die Hundepflegetante leben, wenn sie es offiziell macht, der träumt. Eine gute Pension betreut den Hund nämlich ganztägig – 24h! Das bedeutet er bekommt seinen Auslauf, vielleicht Auslauf mit Artgenossen, seine Ruhezeiten, seine Streicheleinheiten, Pflege und Futter usw. Wenn die Hundetante davon leben will, hat sie mehrere Hunde in Betreuung und die wollen ja genauso gut versorgt werden. Tja und da wir in Deutschland leben, kostet das nun mal Geld. Leider sind die meisten Menschen angestellt und haben keinen Einblick, was der liebe Staat so von uns Selbstständigen möchte. Was wir verdienen müssen, um unseren Lebensunterhalt erstmal am unteren Limit zu finanzieren. Somit machen Sie große Augen, wenn man einen adäquaten Preis für eine ordentliche Leistung verlangt. Und was mich am allermeisten ärgert, bei Jeans, Schuhen oder sonstigen Artikeln des Alltags, wird nicht gemosert! Da muss es das Samsung Galaxy 7 edge sein. Aber das das Teil mehr als 500 Euro kostet – ach egal, her damit. Aber für den Hund 300 Euro für den Urlaub in einem All-inclusiv-Hotel bezahlen – das geht nun wirklich nicht! Der eigene Urlaub kostete ja schon 2500 Euro, da bleibt für den armen Vierbeiner nichts übrig.

Merkt ihr den Hohn? Die unter uns die Kinder haben, sparen einfach ein Jahr länger, damit sie ihr Kind auch mitnehmen können. Da ist eben nicht jedes Jahr Urlaub im Ausland drin. Und sind unsere Hunde nicht vergleichbar? Haben wir nicht genau dieselbe Verantwortung für ihr Wohlbefinden, wie für unsere Kinder? Ist der Hund nicht ein selbständig denkendes und fühlendes Wesen? Ein Individuum, wie unsere Kinder? Würden wir unsere Kinder in einer x-beliebige Pension unterbringen, nur weil sie billig ist? Ich denke nicht!

Was muss ich also beachten, wenn ich meinen Hund in meiner Urlaubszeit gut unterbringen möchte. Schaut Euch die Pension genau an. Die Leiterin sollte eine entsprechende Ausbildung vorweisen. Denn jeder Hund ist anders und nur weil ich mal einen Hund hatte, kann ich nicht alle betreuen! Eine gute Pension wird Euch zeigen, wo Euer Vierbeiner den Urlaub verbringen wird. Er sollte dort unbedingt einen eigenen Rückzugsbereich haben. Bringt euren Hund einigen Wochen vorher mehrmals auf Probe unter. Erst einmal ein paar Stunden und dann auf jeden Fall auch einmal über Nacht. Denn seid ihr außer Landes und es geht dem Vierbeiner schlecht, seid ihr nicht so schnell bei ihm, wie in der Probezeit und ihr wisst gleich, ob der Urlaub überhaupt möglich ist. Schaut Euch Euren Hund gut an, wenn er von der Pension zurückkommt. Ist er geschafft? Unendlich müde (manche sagen da gerne, er ist endlich mal totgespielt). Dann schnell weg von da!!! Euer Hund muss glücklich sein, wenn ihr ihn holt. Entspannt und zufrieden. Er muss sich am nächsten Tag wieder auf einen langen Spaziergang mit Euch freuen und nicht immer noch schlafen wollen, weil alles dort so stressig war! In ein paar Stunden oder einem Tag Probe kann man noch nicht sehen, was Stress noch so bewirkt. Aber wer aufmerksam im Tierheim ist, sieht den eine oder anderen mageren Zeitgenosse. Stress verbraucht Unmengen an Energie, d.h. der Hund hat einen höheren Futterbedarf, sonst magert er ab. Das würdet ihr erst sehen, wenn ihr euren Hund nach 2 Wochen wieder abholt. Wenn er also Streß in der Pension hat, nimmt er ab. Das sollte nur nach Absprache so aussehen, weil Euer Hund ein bisschen zu dick war, als er dort abgegeben wurde. Es sollte erlaubt sein, eigene Sachen des Hundes mitzugeben, damit er ein bisschen Heimat dabei hat.

Und jetzt kommt das eigentlich Harte für uns Menschen. Hunde leben im Hier und Jetzt. Sie leiden natürlich auch, wenn ihnen etwas Liebes genommen wird. Aber sie gewöhnen sich erstaunlich schnell an Neues. Meine Erfahrung hat gezeigt, daß der Durchschnittshund nach ca. 2 Wochen in seinem neuen Zuhause angekommen ist. In der ersten Woche sind sie meist etwas zurückhaltender als normal. Schauen sich erstmal an, wie es hier so läuft. In der zweiten Woche versuchen Sie, für sich das Beste rauszuholen und schauen, wie weit sie hier gehen dürfen. Und dann akzeptieren Sie ihr neues Zuhause. Hunde die öfters in Pensionen sind, gewöhnen sich mit der Zeit immer schneller an das vorübergehende Heim. Natürlich ist das bei jedem Hundecharakter etwas anders. Manche leiden länger, manche kürzer. Aber diese Phase sollte für den Hund insgesamt doch so angenehm wie möglich sein. Bedenkt auch, manche sind gar nicht geeignet für solch einen Tausch der Lebensumgebung.

Mein Tipp für Euch für einen guten Urlaub für den Hund! Plant rechtzeitig und spart genug, damit auch für den Hund was übrig bleibt. Ihr zahlt definitiv drauf, wenn ihr nach dem Urlaub einen Therapeuten für euren Hund braucht! Und macht Platz in Eurem Kopf – gute Pflege kostet Zeit und somit Geld! Eine gute Urlaubsbetreuung ist jeden Cent wert.

 

Und damit wünsche ich Euch allen einen tollen, erholsamen Urlaub, egal ob mit oder ohne Hund.

Ein Gedanke zu „Unsere Hunde und Wir – Woche 30/2017

  1. Hallo Katja,
    und DU hast wieder mal sooooo Recht- mit allem was du hier geschrieben hast!!!
    Liebe Grüße aus Mülsen
    von Sven und klein Goliath-:)

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